Walter Rummel stellt sich vor

Liebe Mitglieder von „Erinnern & Gedenken in Rheinland-Pfalz“,

da ich bei der Mitgliederversammlung am 28. März 2026 in Trier zum Nachfolger von Dr. Franz-Josef Ratter gewählt worden bin, möchte ich mich hiermit etwas ausführlicher vorstellen.

Zunächst möchte ich meinem Vorgänger für die vielen Jahre engagierter und aufopfernder Tätigkeit für die vorherige LAG bzw. den jetzigen Verein „Erinnern & Gedenken in Rheinland-Pfalz“ danken.  Auch aufgrund der großen Spuren, die Franz-Josef hinterlassen hat, bin ich mir meiner Verantwortung bewusst.

Ich bin 1958 in Trier geboren und erst in Longuich an der Mosel und ab 1971 in Trier aufgewachsen. Dort habe ich 1978 am Max-Planck-Gymnasium mein Abitur abgelegt.

Studiert habe ich die Fächer Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Trier, dazu als Fulbright-Stipendiat ein Studienjahr in den USA an der Graduate School der Yale University verbracht. 1989 wurde ich an der Universität Trier mit einer Arbeit zu den Hexenverfolgungen im Gebiet von Mosel, Mittelrhein, Eifel, Hunsrück und Westerwald promoviert (1991 unter dem Titel „Bauern, Herren und Hexen“ veröffentlicht).

Fast während meiner gesamten Zeit an der Universität Trier wurde ich durch ein Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung unterstützt.

1989 – 1991 absolvierte ich die Ausbildung zum wissenschaftlichen Archivar am Landeshauptarchiv Koblenz, wo ich anschließend – mit einer Unterbrechung, u. a. als „Visiting Fellow“ am All Souls College Oxford im Herbst 1997 und als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Köln 1999 – bis 2007 tätig war. Von 2007 bis 2021 leitete ich das Landesarchiv in Speyer.

Aus der Arbeit mit SchülerInnen an den in großer Zahl im Landesarchiv Speyer erhaltenen Akten der Geheimen Staatspolizei Neustadt/W. ist 2014 ein Projekt an der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz entstanden, welches Studierenden anbietet, ihre BA-Abschlussarbeit mit diesem  Material zu erstellen. Zusätzlich zu der hierfür anfallenden Betreuung habe ich inzwischen drei Master-Arbeiten von Studierenden der Landespolizei an der Deutschen  Hochschule der Polizei Münster-Hiltrup zu NS-Themen begleitet. Seit meiner Pensionierung 2021 bin ich offiziell als Lehrbeauftragter an der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz tätig.

Ich hatte das Glück, in meiner gesamten beruflichen Laufbahn als Archivar immer wieder forschen, publizieren, Vorträge halten und unterrichten zu können. Dabei bin ich zum einen dem Thema „Hexenverfolgungen“ treu geblieben, aber weil vieles dabei an die NS-Zeit erinnert, ist es nicht überraschend, dass ich mich zum anderen auch mit dieser Epoche befasst habe. Bei beiden Themen ging es mir vor allem um Opfer und Täter.

Ich hoffe, dass mir die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen auch helfen werden, meine Tätigkeit für die Mitglieder unseres Vereins produktiv und erfolgreich zu gestalten.